Der Klimawandel kostet uns heute schon Geld. Das merken wir auch dann, wenn Jahr für Jahr Schulen eine Beschattung für ihre nach Süden zeigenden Klassenräume fordern.

„In Hitzeperioden wie im Juni diesen Jahres steigen dort die Temperaturen in einem Maße, es es nicht nur subjektiv unangenehm ist, sondern das Lernen und Unterrichten schon massiv beeinrträchtigt,“ teilte Elmar Schumacher, der für die SPD im Schulausschuß sitzt, seine Beobachtungen mit. Deshalb einigte sich die SPD auf ihrer Haushaltsklausur am vergangenen Wochenende rasch darauf, die Wünsche von Johannesschule und Martinum nach einem geeigneten Sonnenschutz zu unterstützen.
Für eine außen angebrachte Verschattungsanlage ist nach Schätzung der Bauverwaltung ein Betrag von 140.000 bis 150.000 Euro einzusetzen. Das ist eine Menge Geld, aber sinnvoll eingesetzt. „Im Interesse der städtischen Finanzen sollte daher besser das zweite Anliegen des Martinums, die Tische und Stühle auszutauschen, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden“, ergänzte Fraktionsvorsitzender Thomas Kock.

Das Martinum betrifft auch ein Anliegen, das der Beirat für Menschen mit Behinderung bereits vor einigen Jahren in die Diskussion brachte. Es könne nicht sein, daß die Aula, in der auch öffentliche Veranstaltungen stattfinden, nicht über einen Aufzug erschlossen werde. Bisher war es ja meist so, daß Schulen dann im Sinne der Barrierefreiheit verbessert wurden, wenn dort ohnehin größere Bauarbeiten stattfanden. Ein gutes Beispiel dafür sind aktuell die Arbeiten an der Josefschule. Der Entwurf für den Haushalt 2020 sieht nun Planungen vor, den ganzen Komplex des Martinums auf seine Barrierefreiheit zu untersuchen und daraus die entsprechenden Maßnahmen abzuleiten, ohne daß dies in ein allgemeines Bauprojekt eingebettet wäre. Das wird von der SPD-Fraktion im Rat auch so unterstützt. Trotzdem wirkt das Vorgehen etwas willkürlich. Deshalb fordert sie die Verwaltung auf, nun ein sich über mehrere Jahre erstreckendes Konzept zur Barrierefreiheit zu erstellen, das besonders die Schulen in den Blick nimmt, die aus verschiedenen Gründen bisher nicht berücksicht waren. Zu denken wären da an die Marienschule, die GSS und die Johannesschule. Das schafft sowohl der Stadt selbst wie auch den Schüler*innen, Beschäftigten und Eltern der betreffenden Schulen eine größere Planungssicherheit.