Schulsozialarbeit und der Übergang von der Schule in den Beruf stehen im Mittelpunkt der Arbeit von „Lernen Fördern“. Wie sieht die Arbeit heute, nach sieben Wochen Schließung im Frühling aus? Danach fragten bei einem Besuch Bürgermeister-Kandidat Dr. Thomas Kock und SPD-Frau Anke Hackethal, Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses.

Die beiden trafen sich im Albert Heitjans Haus, an der Rheiner Straße mit Willi Dierksen, dem Einrichtungsleiter, seiner Stellvertreterin Marion Diekmann und Birgit Kofort, die für die Schulsozialarbeit zuständig ist. Der Verein beschäftigt in der Region mittlerweile 1000 Mitarbeiter und ist auch aus Emsdetten nicht wegzudenken.

„Natürlich waren auch wir von der Pandemie stark betroffen“, berichtete Dierksen. Es sei aber gelungen, dass keiner der Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt werden musste. „Die Einrichtung war sieben Wochen geschlossen“. Man habe aber die Arbeit, die neben der Stadt auch etwa von der Bundesarbeitsagentur für Arbeit und dem Jobcenter gefördert werde, fortsetzen können. „Wir haben halt viel telefoniert und viel mit Videochats gearbeitet“, so Diekmann. Gerade in dem Bereich vom Übergang von Schule und Beruf müsse man jetzt allerdings auch viel nachholen. Normalerweise begleitet Lernen Fördern etwa 60 Jugendliche in der Ausbildungsbegleitung. „Unsere Angebote waren niemals so wichtig wie jetzt“. Gerade in schwierigen Zeiten brauchten die Jugendlichen einen verlässlichen Rückhalt.

Das gelte natürlich auch für die Schulsozialarbeit, machte Birgit Kofort deutlich. Diese sei heute aus der Schullandschaft nicht mehr wegzudenken. „Die Erfahrung aus der Zeit des Lockdowns wird uns zu neuen Mischformen aus digitalem und pesönlichem Kontakt führen.“ Auch die Ausstattung von Schulkindern mit geeigneten digitalen Endgeräten hat sich in der Erfahrung der Profis als kritischer Punkt erwiesen. „Schon im Grundschulbereich öffnet sich die Kluft zwischen den Kindern, die in diesem Feld den Rückhalt ihrer Eltern genießen können und den anderen.“ Bereits vor Corona gab es ein Programm, in dem Kinder eine Grundausbildung erhielten, wie sie Computer fürs Lernen nutzen können. In dieser Richtung wird weiter viel zu tun sein.
Einig war man sich, dass es sehr sinnvoll ist, in Emsdetten ein Wohnheim für Auszubildende in Bahnhofsnähe zu schaffen, da es in Emsdetten gerade für Auszubildende immer schwieriger sei, eine bezahlbare Wohnung zu bekommen.

Dr. Thomas Kock dankte dem Verein, dass es immer wieder gelinge, finanzielle Mittel für Maßnahmen zu gewinnen, die Kindern und Jugendlichen in Emsdetten zugutekommen. „Der Verein leistet eine extrem erfolgreiche und wichtige Arbeit“, so Kock.

[auf dem Foto: Birgit Kofort, Anke Hackethal, Willi Dierksen, Dr. Thomas Kock und Marion Diekmann]