wir kennen uns persönlich nicht, aber ich möchte Ihnen zu Ihrer Nominierung gratulieren.
Leider habe ich im Samstags-Interview in der Emsdettener Volkszeitung an ein paar Stellen den Eindruck gewonnen, Sie wollen auf die populistische Karte setzen. Das war in Emsdetten bislang nicht üblich.

Ihre neuen Freunde in der UWE sind weder noble Außenseiter noch unterdrückte Massen. Sie sind eine ganz normale Ratsgruppierung, die in den letzten sechs Jahren mehrere Haushalte und viele Sachenstscheidungen in wechselnden Mehrheiten mitgetragen hat.

Es gab nämlich weder eine große noch eine kleine Koalition hier.

Genausowenig Hinterzimmerverschwörungen.

Ja – es gibt manchmal inhaltliche Vorbesprechungen im kleinen Kreis, auch unter Teilnahme der UWE. Das war jüngst beim Bauhof der Fall oder früher, als wie eine Reihe von Modellen für die Kita-Gebühren einfach mal in Ruhe durchrechneten. Das ersetzte nie die politische Debatte, welches Konzept für Emsdetten wünschenswert wäre.

Es ist deshalb auch kein Grund, warum in Ratssitzungen manche Punkte scheinbar „durchgewunken“ werden. Das sollten Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen aus Niedersachsen auch wissen.

Manches muss ein Rat aus formellen Gründen beschließen, wo Landesrecht und/oder technische Gegebenheiten keine Alternativen lassen. Vieles wird aber bereits in den jeweiligen Fachausschüssen intensiv diskutiert. Öffentlich. Das ließ sich in der EV am gleichen Tag, als Ihr Interview erschien, mit den Berichten aus dem Infrastruktur-Ausschuss ablesen.

Vor der Kommunalwahl finden nicht mehr viele Ausschüsse statt. Aber Sie sollten sich das Erlebnis mal gönnen und etwas lernen.

Bis dahin

Anke Hackethal