Monatelang haben Eltern Überstunden abgebaut, Urlaub vorgezogen, um sich in einer Zeit ohne Schulen und Kitas gut um ihre Kinder kümmern zu können. Unseren Respekt dafür!
Jetzt fahren Schulen und Kitas – langsam und mit aller gebotenen Vorsicht – wieder hoch. Aber schon in Kürze stehen die Sommerferien vor der Tür. Expert*innen schätzen, der Bedarf an Betreuungsplätzen wird doppelt so hoch sein wie in früheren Sommern. Was tun? Die Träger der üblichen Ferienprogramme erschraken zunächst einmal angesichts immer neuer Hygiene- und Abstandsregeln.


„Resignation kann aber keine Antwort sein!“ sagten Marita Haude und Anke Hackethal, die die SPD im Jugendhilfeausschuss vertreten. So reichte die SPD-Fraktion folgenden Antrag ein:
„ In den Sommerferien werden für Kinder und Jugendliche von der Stadt unterstützt Ferienangebote geschaffen. Hierzu sind mit den bewährten Trägern, also insbesondere mit Stroetmanns Fabrik, zeitnah Gespräche zu führen und ein Konzept ist zu entwickeln.
Natürlich kann ein solches Angebot nicht den Umfang und auch nicht den Inhalt der vergangenen Jahre wiederholen. Aber in der jetzigen Zeit ganz auf solche Angebote zu verzichten, scheint uns der falsche Weg.
Ein Angebot in Kleingruppen erscheint möglich. Notfalls müssen alle Sporthallen der Stadt dafür offengehalten werden. Sollten durch notwendiges zusätzliches Personal zusätzliche Kosten entstehen, sind diese durch die Stadt Emsdetten zu übernehmen.
Andere Kommunen zeigen auf, dass ein solches Ferienangebot denkbar und durchführbar ist.

Nachdem die Kindertagesstätten ja grundsätzlich ab dem 8. Juni wieder öffnen, scheinen in diesem Bereich manche Probleme für die Eltern gelöst. Das gilt allerdings nicht für die schulpflichtigen Kinder, die wohl über die Sommerferien hinaus nicht täglich zur Schule gehen können, sondern weiterhin entweder wochenweise oder an einigen Tagen zuhause beschult werden. Hierzu ist es notwendig, dass ein Betreuungsangebot geschaffen wird, dass über eine „Notbetreuung“ hinausgeht. Dies ist in erster Linie Aufgabe der Schulen, aber die Stadt sollte hier unterstützend tätig werden, wo dies notwendig ist. Nicht alle Schulen werden diese Betreuung von sich aus schultern können. Hier fehlt es an Personal und auch an Räumlichkeiten. Für die Stadt sollte es Priorität haben, dass hier Lösungen angeboten werden können. Hierzu sollte die Stadt auf die Schulen zugehen und unbürokratisch und schnell Lösungen entwickeln. “

Bereits nach wenigen Tagen zeigen sich erste Erfolge. Es ist die Rede davon, dass der Offene Ganztag (OGS) statt drei Wochen die volle Ferienzeit weiterlaufen wird, dass weitere Sporthallen, die sonst während der Ferien geschlossen sind, in neue Konzepte eingebunden werden. Zusätzliche Träger haben sich gemeldet, die zusätzliche Angebote für kleine Gruppen schaffen wollen.

Wir danken allen Beteiligten und wünschen ihnen viel Erfolg und einen gesunden Sommer.