SPD, UWE und Grüne haben einen gemeinsamen Antrag eingebracht, auch in der Stadt Emsdetten die Position der Technischen Beigeordneten wieder einzuführen. Dazu beantworten wir hier ein paar Fragen.

    Ob es eine Technische Beigeordnete gibt, interessiert doch niemand. Lohnt es sich, dafür einen Wirbel zu machen?

Niemand macht einen Wirbel. Fraktionsanträge sind normales politisches Handwerk, so bringen die gewählten Vertreter/innen notwendige Initiativen ein.

    Aber braucht Emsdetten so einen Posten? Ging es bisher nicht auch ohne? Sollte das nicht moderner sein?

Es ging, aber in letzter Zeit immer holpriger. Wer im vorigen Herbst den Etatverhandlungen gefolgt ist, hörte immer öfter, dass auch notwendige Maßnahmen durch personelle Engpässe gefährdet sind oder zumindest verzögert werden. Für die von diesen Verzögerungen Betroffenen ist das immer sehr ärgerlich, und in der anhaltenden Baukonjunktur werden Projekte durch einen zeitlichen Aufschub leicht auch teurer als ursprünglich vorgesehen. Zumindest für die SPD kann es auch keine Lösung sein, kompetente Kräfte in der Verwaltung permanent Überstunden schieben zu lassen. Was in einer Verwaltung ‚modern‘ ist, darüber lässt sich streiten, die Abschaffung dieser Position zumindest war langfristig für Emsdetten kein Gewinn.

Und die Stadt hat in nächster Zeit einiges vor der Brust: Da wäre die für Pendler so wichtige Parkpalette am Bahnhof, ein weiterer 4-Gruppen-Kindergarten, bald darauf zweifellos auch ein Ausbau des Grundschulwesens, die Turnhalle an der Käthe, die seit Jahren bereits aufgeschobene Modernisierung von Stroetmanns Fabrik und Emshalle … die Liste ließe sich noch länger fortführen.

    Wäre es für die Stadt nicht billiger, Berufseinsteiger/innen einzustellen, um die Leute in der Verwaltung zu entlasten?

Auf den ersten Blick vielleicht. Aber wenn wir jemanden für die Leitung des ganzen Bereiches Bau/Planung holen, können  die dort Tätigen künftig sehr viel effektiver  ihre eigentlichen Fachbereiche beackern, ohne Zeit an die trotzdem wichtigen Koordinations- und Aufsichtsfunktionen zu verlieren.  In der Summe sollte es der Stadt damit möglich sein, sich im Bau- und Planungswesen und den damit verbundenen kleineren Aufgabenfeldern mit mehr Zuversicht den vielfältigen Aufgaben zu stellen.

    Und was ist mit dem Vorwurf der CDU, andere Parteien betrieben hier „Machtspielchen“?

Die CDU hat wie wir alle an den Sitzungen zum Etat im vorigen Herbst teilgenommen, hat wie wir alle die wiederholten Hinweise auf eine zu dünne Personaldecke hören können. Natürlich hätte sie als größte Fraktion in dem seither verflossenen Vierteljahr die Initiative ergreifen können, das Problem anzupacken, entweder allein oder gemeinsam mit anderen. Das ist nicht geschehen, aus welchen Motiven auch immer. Nun anderen einen Vorwurf daraus zu machen, wenn sie dies nachholen, soll höchstens eigene Versäumnisse in dieser Hinsicht verdecken.