Viel ist seit dem Brand bei der Firma Lohmann in Emsdetten geredet worden, einiges ist mittlerweile durch Fachleute auch untersucht und geklärt worden. Für die SPD-Fraktion im Rat bleiben dennoch einige Fragen offen oder noch unzulänglich beantwortet. Sie nutzte ihre erste Sitzung nach den Sommerferien, um die zu klärenden Punkte zusammenzutragen:

1. Welche Genehmigungen liegen für die Abfallverwertung bei der Firma Lohmann vor? Ist die Stadt Emsdetten über alle diese Genehmigungen informiert?
2. Wie und wie oft werden diese Genehmigungen kontrolliert? Welche aufsichtsrechtlichen Aufgaben (im Normalbetrieb) nehmen die Stadt Emsdetten, die Bezirksregierung Münster und das Land NRW wahr?
3. Welche aufsichtsrechtlichen Auflagen bzw. Veränderungen resultieren aus dem Brand?
4. Ist das Verhalten der Firmenleitung unmittelbar nach Entstehen des Brandes einwandfrei gewesen?
5. Wie hoch ist die toxische Belastung des Löschwassers?
6. Verfügen die Mitarbeiter*innen über eine ausreichende Qualifikation, diese Tätigkeiten durchzuführen? Werden Sie regelmäßig geschult und weitergebildet?
7. In Emsdetten ist der Eindruck entstanden, es handele sich bei dem Betrieb in einigen Teilen eher um Zwischenlager für bedenkliche Abfälle. Ist dieser Eindruck korrekt? Darf die Firma Stoffe, die gebrannt haben, überhaupt in dieser Art und dieser Menge auf dem Grundstück lagern?
8. Welche Kosten für Personal und Sachmittel sind seitens der Stadt Emsdetten entstanden (während des Brandes oder nachher)? Welche Beiträge werden erstattet?

Der Bürgermeister ist gemeinsam mit den zuständigen Stellen aufgefordert, dies im Rat zu beantworten. Denn neben den technischen Fragen zu dem, was passiert ist, steht die politische Frage, wie es weitergehen soll. Die Stadt plant den Bau eines neuen Beubetriebshofes. Sollte sie an der Stelle auch einen Wertstoffhof vorsehen? Und wenn ja, für alles, was bisher bei Lohmann lagerte, oder in einem eingeschränkten Umfang, um Risikostoffe besser von einander trennen zu können?

Auch andere Städte sind in diesem Feld aktiv geworden; von ihren Erfahrungen können wir lernen. Die SPD-Fraktion schlägt deshalb vor, daß der Ausschuß für Infrastruktur zeitnah moderne Wertstoffhöfe in der Nähe besichtigt.