Wenn die Stadt Emsdetten neu baut – und sie baut so einiges in diesen Tagen – dann wird auf Barrierefreiheit geachtet. Dafür sorgt nicht zuletzt immer wieder der Beirat für Menschen mit Behinderung.

Doch die meisten städtischen Gebäude stehen bereits seit Jahrzehnten an ihrem Platz. Viele von ihnen haben kleineren oder größeren Renovierungsbarf. Doch alles auf einmal auf den baulichen Stand des 21. Jahrhunderts zu hieven, energetisch wie in der Barrierefreiheit, das geht nicht. Es würde die Finanzkraft der Stadt ebenso überfordern wie ihre personellen Kapazitäten. Was also tun, damit notwendige Modernisierungen nicht auf den berühmten St.-Nimmerleinstag verschoben werden?

Annette Tesch, sozialpolitische Sprecherin der SPD im Rat, macht jetzt dazu einen praktischen Vorschlag. Beginnend mit dem Haushalt 2019 soll die Stadt jährliche 70.000 € für den behindertengerechten Umbau ihrer eigenen Gebäude reservieren. Dazu gehören Schulen und Sporthallen ebenso wie das Rathaus oder die Stadtbibliothek. Ein gutes Vorbild dafür ist die Weise, wie die Stadt Jahr für Jahr ihr umfangreiches Kanalnetz in relativ übersichtlichen Teilstücken wartet und saniert. Deshalb ist eine Nutzung der 70.000 € für Neubauten oder Vereinsprojekte ausdrücklich nicht vorgesehen. Natürlich kann es, wie in diesem Jahr, passieren, daß eigentlich geplante Bauprojektegar nicht oder nicht komplett umgesetzt werden können. Für den Fall sollen die Mittel aber nicht verfallen, sondern mit ins neue Jahr hinüber genommen werden. Sollte sich in einem Jahr gar kein passendes Projekt anbieten, kann das Geld ins Folgejahr gezogen werden, um auch größere Dinge anpacken zu können. Annette Tesch hegt aber keinen Zweifel, daß von Seiten des Behindertenbeirats, des Sozialausschusses und der zuständigen Stellen der Stadt hinreichend geeignete Vorschläge gemacht werden. Der Sozialausschuß wird dann über die Rangordnung der Maßnahmen entscheiden.