Outlet-Center und Emsgalerie

sorgen für Leerstände

Arbeitsgemeinschaft AG690plus lud zum Diskussionsabend „Pastors Garten“ in das Hotel Pötter

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Dr Thomas Kock (SPD) erklärte den interressierten Zuhörern anhand einer Skizze die geplante Bebauung für das Grundstück Pastors Garten (Fotos prf)

Von Dieter Schmitz

EMSDETTEN. Besorgniserre­gend eine Kennziffer, die eine Aussage über die Kaufkraft der Stadt gibt. Hat diese Zahl 2003 noch bei 107,3 gelegen, ist sie aktuell auf 66,4 gesun­ken. Von rund 205 Millionen Euro, die die Emsdettener laut Statistik ausgeben könn­ten, bleiben gerade einmal 120 Millionen Euro in der Stadt. .Dabei sind die Proble­me nicht allein durch das In­ternet entstanden, sondern ebenso durch Outlet-Center wie in Ochtrup oder die neue Ems-Galerie in Rheine“, sagte Dr. Thoma Kock. SPD-Frakti­onsvorsitzen der. Die Folge: Innenstadtprobleme wie Leerstände - besonders in der zurzeit wenig attraktiven Emsstraße, Inhaber geführte Geschäfte gehen zurück. „Und wer einmal weg ist, ist weg. Was kann die Stadt da­gegen tun?“ fragte Kock.

Die Arbeitsgemeinschaft AG60plus des SPD-Ortsvereins hatte am Montagabend zu einer Diskussion des „Poli­tischen Stammtisches“ in das Hotel Pötter eingeladen.

Im Mittelpunkt der Veran­staltung stand die Gestaltung des „Filetstücks Pastors Gar­ten“ die nach Meinung der SPD die Probleme nicht nur der Emsstraße lösen könnte. Beschlüsse seien hier nur in einer großen Koalition mit CDU und SPD zu erreichen. Kompromisse müssten auf beiden Seiten geschlossen werden, so Kock. So habe die SPD schließlich der Edeka-Ansiedlung zugestimmt, die CDU der Wohnbebauung. Über dem Edeka-Markt sol­len altersgerechte Wohnun­gen mit Fahrstuhl entstehen. „Die Wohnungen werden weg gehen wie warme Sem­meln“, ist Thomas Kock über­zeugt. Zusätzliche Unterneh­men wie beispielsweise Steu­erberater und Zahntechniker können im Eingangsbereich angesiedelt werden. 100 Parkplätze werden ebener­dig, 150 unter der Erde ange­legt. Ob das Konzept funktio­niert oder nicht, werde man in fünf Jahren sehen.

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„Wie­ viel Grünfläche bleibt?“, wur­de gefragt. Antwort: „Fast nichts.“ Auch Bedenken we­gen einer eventuellen Lärm­belästigung durch den Liefer­verkehr wurden geäußert. Für den Investor Stroetmann sei dieses Grundstück von der Größe her die „unterste Grenze, was noch bebaut wird“, führte der SPD-Frakti­onsvorsitzende aus.

Auch die Altbebauung an der Ecke Emsstraße/Rheiner Straße werde auf Dauer weg­fallen und durch Neubauten ersetzt, ist der Referent si­cher. Interessenten gebe es bereits. „Massen kann man nur mit Frequenzbringern in die Stadt locken. Diese zie­hen dann auch kleine Läden nach. Besonders im Bereich Bekleidung fehlt in Emsdet­ten so Manches“, so Kock weiter.

Neue Geschäfte seien not­wendig, auch wenn sie zu­nächst Konkurrenz für beste­hende Geschäfte seien. So hat Kaufland bei der Übernahme des Real-Marktes Millionen-Investitionen versprochen, aber die Zusage nicht einge­halten, der Mediapark hat über Mittag geschlossen. Das werde sich in Zukunft durch mehr Konkurrenz schnell än­dern.

Fragen kamen auch zur ge­planten Südtorpassage. Hier haben Arning und Otto be­reits Grundstücke gekauft, wollten hier ein Paket schnü­ren. Das sei jedoch geschei­tert. Zwei Mieter hätten zuge­sagt, ein dritter nicht. Sollte es bis zum Jahresende kei­nen Fortschritt geben, dann greife Plan B d.h. ein neuer Investor muss gesucht wer­den.

Ein Zuhörer, vor zwei Jah­ren aus der Umgebung von Frankfurt nach Emsdetten gezogen, lobte zum Schluss der Veranstaltung: „Emsdet­ten ist für mich in der Region die schönste und interessan­teste Stadt mit viel Potenzial, schöner als Greven und Rhei­ne“.